Grundlagen des Verfahrensrechts (R6)

Die Studierenden im Zertifikatsstudium erfassen die Bedeutung und Funktionsweise des Verfahrensrechts als eines wichtigen Bestandteils der Gesamtrechtsordnung. Das Verfahrensrecht ist ein Teil des sog. formellen Rechts. Dies umfasst die Rechtssätze, die den Streit um das materielle Recht (die Normen, die das Recht als solches ordnen) im Anwendungsfall bzw. seine zwangsweise Durchsetzung regeln.

Die Studierenden wissen, in welcher Weise der Staat die Organisation der Gerichte und die Abgrenzung ihrer verschiedenen Geschäftsbereiche teils bereits in der Verfassung, im Übrigen in Gerichtsverfassungsregelungen bestimmt. Die Studierenden lernen, dass zur Rechtspflege auch die sog. freiwillige (nichtstreitige). Gerichtsbarkeit gehört.Sie ist auf die mehr verwaltungsmäßige Begründung, Veränderung oder Beendigung von Rechtsverhältnissen gerichtet. Ein praktisch besonders bedeutsames Beispiel ist die Tätigkeit der Grundbuchämter.

Das Strafprozessrecht regelt das Verfahren zur gerichtlichen Entscheidung über eine Straftat und deren Ahndung (sog. formelles Strafrecht). Sondervorschriften bestehen für das Verfahren in Abgabensachen und für das Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten. Die Studierenden erlangen Kenntnisse über den Rechtsschutz in der Verwaltung und die Verwaltungsgerichtsbarkeit. Die Studierenden kennen die Zuständigkeit der Arbeitsgerichte, den Aufbau der Arbeitsgerichtsbarkeit sowie das Verfahren vor den Arbeitsgerichten (Urteilsverfahren und Beschlussverfahren). Die Studierenden wissen, dass in sozialrechtlichen Angelegenheiten teilweise der Rechtsweg zu den Sozialgerichten, teilweise zu den Verwaltungsgerichten eröffnet ist. Die Studierenden erfahren, dass die Finanzgerichtsbarkeit gerichtlichen Rechtsschutz gegen Verwaltungsakte der Finanzbehörden gewährt (Art. 108 Abs. 6 GG).

Im Kostenwesen erlernen die Studierenden u.a. die Grundzüge des Gerichtskostengesetzes sowie in Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit der Kostenordnung, ferner der Gebühren der Rechtsanwälte, Rechtsbeistände und Notare sowie die Kosten der Gerichtsvollzieher.



Studieninhalte

    1. Grundlagen der Gerichtsbarkeit, des Zivilprozessrechts und des FamFG
      Rechtspflege und Gerichtswesen
      Zweige der Gerichtsbarkeit
      Gerichtsverfassung
      Organe der Rechtspflege
      Überblick über den Zivilprozess
      Freiwillige Gerichtsbarkeit
    2. Grundzüge des Strafprozessrechts mit Ordnungswidrigkeitenrecht
      Überblick über den Strafprozess
      Grundlagen des Bußgeldverfahrens
    3. Verwaltungsverfahrensrecht und Verwaltungsgerichtsbarkeit
      Verwaltungsverfahren
      Rechtsschutz in der Verwaltung
      Verwaltungsgerichtsbarkeit
    4. Weitere besondere Verfahrensarten – ArbGG, SGG, FGO
      Überblick über die weiteren bzw. besonderen Gerichtsbarkeiten
      Grundzüge der  Arbeitsgerichtsbarkeit, Instanzenzug
      Arbeitsgerichtsgesetz
      Grundzüge der Sozialgerichtsbarkeit. Instanzenzug
      Sozialgerichtsgesetz
      Grundzüge der Finanzgerichtsbarkeit, Instanzenzug
      Finanzgerichtsordnung


Zulassungsvoraussetzung

Abitur oder Fachhochschulreife, alternativ abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens zweijährige, dem Weiterbildungsziel entsprechende Berufstätigkeit.

Credit Points

5 Credit Points werden mit Erlangen des Hochschulzertifikats gutgeschrieben.

Anrechnung

Die hier erworbenen Credit Points können auf folgende Studiengänge angerechnet werden:
Wirtschaftsrecht

Studienumfang

Studienbriefe 4
Selbststudienstunden        
137
Präsenzstunden 10

Leistungsnachweis bei Hochschulzertifikat

Klausur (120 Minuten)

Anmeldung, Immatrikulation und Ablauf

Gebühren

Teilnahmezertifikat: 300 Euro (50 Euro monatlich)
Hochschulzertifikat: 372 Euro (62 Euro monatlich)
Laufzeit jeweils 6 Monate


Studienzentren (weitere Orte auf Anfrage)